Pre-Race Pasta Party

Tags: Transalpin Run, vor dem Start
Bericht von Daniel's Welt.Manchmal frage ich mich was wohl die anderen Teilnehmer der Transalpin Run eine Woche vor dem Start machen?! Die meisten werden wohl denken, Laufen! Was denn auch sonst? Es gibt immer alternativen, z. B. einen Triathlon über die Sprintdistanz. Ob das die richtige Vorbereitung ist oder eben nicht sei dahingestellt. Spaß hat es trotzdem gemacht, auch wenn es nicht gerade das Kaiserwetter war, wie man sich das hätte wünschen können. Zumindest hat es nicht geregnet! Der Datterich – Ultra, eine Triathlonveranstaltung bei der man als Mannschaft startet und jeder ein zehntel der Ironman Distanz zurücklegen muss, also 380 Meter Schwimmen, 18 Km Radfahren und 4,2 Km Laufen. Mit einer Gesamtwettkampfdauer von unter einer Stunde nicht gerade mit der Transalpin zu vergleichen. Wie der Ein oder Andere bereits bemerkt hat, suche ich doch ganz gern den alternativen Weg. Es ist eben nicht immer alles geradlinig und man kommt eben auch auf Umwegen zum Ziel. Schließlich geht es bei uns auch nicht darum aufs Treppchen zu kommen. Ich hätte jetzt fast geschrieben, es geht nicht ums gewinnen. Das wäre falsch formuliert. Denn wer „gewinnt“ bei einem Etappenrennen wirklich?! Ist es der schnellste oder der langsamste?! Geht man von Geschenken aus, liegt die Sache auf der Hand. Geht man von gewonnener Erfahrung aus, liegt die Sache ebenfalls auf der Hand. Auch eine Sichtweise, die sich durch den Gax Scania bei mir manifestiert hat. Es geht um viel mehr als nur auf dem Treppchen zu stehen. Es geht darum mehr über sich selbst und seinen Körper zu erfahren. Jeder selbst gibt dem Rennen oder Wettkampf den er bestreitet eine Wertigkeit. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich hierbei um einen 5 Km Lauf, einen Triathlon oder um einen Ultramarathon über 246 Km handelt. Jeder muss für sich wissen was er gerne erreichen möchte. Das ist ja auch wieder ein schöner Aspekt des Sportes, dass man eben genau dies tun kann. Herr über sich selbst sein und bestimmen wohin die Reise geht. Bei uns geht die Reise diesmal in die Alpen, die Belastung von Schweden noch gar nicht so richtig verdaut und dennoch oder gerade deshalb freuen wir uns auf die neue Herausforderung. Harald hat den Transalpin Run schon einige Male mitgemacht. Aber auch diesmal wird es anders sein. Vielleicht besonnener, vielleicht aber auch nicht. Ich lass mich überraschen! J
Tags: Fremdgehen, Transalpin Run, Triathlon, Vorbereitung
Bericht von Daniel's Welt.Seit zwei Tagen bin ich nun wieder gehtüchtig. Seit unserer Ankunft in der Heimat habe ich ungefähr 36 Stunden geschlafen, leider unterbrochen von den Besuchen im Büro. Dank der Fuß- und Beinmassagen der Herzdame und Unmengen von Bepanthen und Voltarensalbe haben wir mich wieder hergestellt. Die Hundespaziergänge sind bis gestern noch ein wenig schwer gefallen. Ein heftiges Rucken an der Leine, hätte mich von den Beinen geholt. Gut, dass wir die besten Vierbeiner auf der Welt haben. Seit Wochen sind wir nun für diesen Lauf in Gladbeck angemeldet und als Sparfuchs möchte ich ja nicht für etwas bezahlt haben, ohne die entsprechende Leistung in Anspruch genommen zu haben. Bis zur letzten Minute der Ankunft hatte ich meine Teilnahme gegenüber der Herzdame offen gelassen. Als wir aber auf den Weg zur Startnummernausgabe waren, hatte es mich wieder gepackt – das Lauffieber. Die ersten Joggingschritte zusammen mit Herzdame waren wie die Landung auf dem Mond. Ich war einfach nicht richtig da. Wahrscheinlich hat mein Körper noch nicht begriffen, dass er nicht auf dem Weg durch Schweden ist, sondern sich mitten im Ruhrgebiet befindet. Dass wir nicht noch ewige Stunden unterwegs sind, sondern lediglich zehn Kilometer vor uns liegen. Mit dem Startschuss setzen sich rund 250 Laufwillige in Bewegung. Ein echter Zivilisationsschock gegenüber den 31 Teilnehmern in Schweden, von denen man ohnehin kaum einmal jemanden gesehen hat. Die ersten Schritte in gehobenem Tempo fallen schwer. Schnell finde ich mich am Ende des Feldes wieder, die Herzdame rennt ungefähr zwanzig Meter vor mir. Langsam erhöhe ich das Tempo und fühle die Schallgeschwindigkeit, die mich über den Boden schweben lässt. Schnell holt mich Schweden ein, denn bereits nach dem zweiten Kilometer schmerzen die Knie und die Beine haben keine Lust. Also beschleunige ich noch ein wenig, damit ich schnell im Ziel bin. Schneller im Ziel, weniger leiden. Auf den letzten Kilometern fängt es an, zu regnen. Es ist 14:00 Uhr. Genau eine Woche ist es her, dass wir in Malmö angekommen sind. Im strömenden Regen. Zeichen oder Zufall? Nach 48:45 Minuten erreiche ich ziemlich ermattet das Ziel und laufe langsam der Herzdame entgegen. Viel Strecke muss ich nicht zurück legen bis sie kommt. Mit 54:25 erreicht die Herzdame eine tolle Zeit. Zum richtigen Feiern fehlen nur ein paar Sekunden, denn nur knapp verpasst die Herzdame einen Platz auf dem Treppchen. Der strömende Regen lädt nicht weiter zum Verweilen im Gladbecker Stadion ein und irgendwie fühle ich mich ziemlich zerstört. Also ab zu Muttern und unter die heiße Dusche und dann heißt es Platz nehmen auf dem Sofa und den Rest des Tages dem Körper die nötige Erholung gönnen. Ansonsten kreisen meine Gedanken rund um Griechenland, aber das muss noch einmal in allen Einzelheiten verhandelt werden. Daniel treibt sich in so einem Höhentrainingslager herum. Dort kann er schon einmal Transalpine Run Luft schnuppern. Bin gespannt, ob es ihn noch schneller macht.
Tags: Gladbeck, Griechenland, Höhentrainingscamp, Muttern
Bericht von Harald's Welt.Ihr fragt Euch, wie es mir nach den 54:15 Stunden durch den schwedischen Dschungel geht? Es ist ein ständiger Wechsel zwischen dem Hochgefühl und Schmerzen. Ein ständiger Wechsel zwischen totaler Erschöpfung und dem nicht zur Ruhe kommen. Der Zieleinlauf war so unwirklich. Drei Gestalten, die sich kaum auf ihren zwei Beinen halten können, gebeugt und schwer gestützt auf ihre Stöcke bewegen sich durch die menschenleeren Straßen Malmös, im strömenden Regen orientierungslos und hilfsbedürftig. Dank Carsten haben wir auch diese Hürde der Desorientierung genommen und auf den letzten drei Kilometern wurden wir von einem Freund von Stefan (unserem Veranstalter) zum Ziel geführt. Bierchen, Medaille, Urkunde und ein paar Tränen gehören auch dazu. Kurzes Hände schütteln und ab unter die heiße Dusche. Für die ca drei Meter vom Bett in die Dusche brauche ich gute fünf Minuten und gefühlte 50. Aber wir haben es alle geschafft. Wie viele Kilometer jeder einzelne von uns zurückgelegt hat, lässt sich nicht sagen. Da ich kurz vor dem Scheitern stand und ein einziges Mal alleine unterwegs mich gleich an der erstbesten Gelegenheit verlaufen hatte, kommen noch einmal acht Kilometer drauf. Die 246 Kilometer sind grobe Schätzung, aber das haben wir vorher gewusst. Daniel dürfte mit den 150 Kilometern per pedes gut liegen, „it is your decision, I make the rules“ meinte Stefan bei der Übergabe der Urkunden und Medaillen. So kommt Daniel auf 151 Km. Absoluter Wahnsinn und: Hätte er sich nicht geopfert, wäre ich nicht angekommen. Aber so sind Ultraläufe: Nicht kalkulierbar! Wie viele Kilometer mit dem Auto, im Auto und zu Fuß Andi zurückgelegt hat? Keine Ahnung und auch dies ist gewiss: Ohne ihn wäre ich nicht angekommen. Wie viele Kilometer wohl die Herzdame in der Wohnung und draußen vor Aufregung und Anspannung gemacht hat? Keine Ahnung! Hätte ich nicht im entscheidenden Moment mit ihr telefoniert, wäre ich nicht angekommen. Ich bin gelaufen, ich habe mich gequält, ich habe alles gegeben, was in mir steckt, aber die Crew ist für die praktische und mentale Verfassung mindestens genauso wichtig wie der eigene Kampfgeist. Was bleibt, außer den Schmerzen in jeder Körperzelle: Wir haben es geschafft! Ein denkwürdiges Ereignis hat sich in unserer Seele manifestiert. Der gaxscania hat uns zusammen geschweißt haben. Für diesen einen Lebensmoment, der ehrlich gesagt recht lange dazerteJ. Solche Erlebnisse hinterlassen Spuren, die nicht verblassen. Wie wird es mir und uns morgen gehen? Wir hoffen auf ein Wiedersehen mit Carsten und Kerstin, mit Oliver und Frau sowie ein ewig schlafender Vierbeiner, wir hoffen darauf, morgen feiern zu können. Den Sieg über uns selbst. Jeder ein bischen für sich und gemeinsam.
Mittlerweile waren wir schon zu dritt. Ein Schwabe hatte sich zu uns gesellt bzw. hatte sich uns angeschlossen. Es ist doch einfacher in der Gruppe durch die Nacht zu laufen. Ich für mich muss sagen, mir macht das in der Nacht richtig Spaß. Wir hatten ja alle High-Tech Lampen dabei, bei der die Nacht zum Tage wird. Da fällt das Suchen nach der orangenen Markierung auch nicht so schwer. Es gab hin und wieder mal Stelle, bei denen die Markierung nicht zu sehen war oder mehrfach vorhanden (in verschiedene Richtungen). Genau in solchen Momenten ist es hilfreich, wenn man nicht alleine ist. So kann man beratschlagen, in welche Richtung man weitergehen soll. So auch bei uns geschehen. Wir hatten vor der Verpflegung 4 und 3 jedes mal wieder eine Teilnehmerin eingeholt, die orientierungslos nach dem Weg gesucht hatte. Einmal war es etwas verwunderlich, weil Sie keine Pause gemacht hatte und damit min. 45 min Vorsprung hatte. Ich möchte gar nicht wissen wie lang die bereits rumgeirrt war. Zumindest stand Sie auf einmal vor uns und murmelte entsetzt etwas vor sich her. Ich hatte schon einen kleinen Schreck bekommen, weil ihre Tonlage nicht sehr vielversprechend klang. Nach erneutem Nachfrage, stellt sich heraus, dass sie nur den Weg nicht gefunden hatte! Erleichterung! Naja, wenn man alleine im Dunkeln im Wald steht und den Weg nicht findet kann man schon mal verzweifeln!
Auch sie entschloss sich wieder uns zu folgen. Es wurde langsam hell, als wir bei 212 Km unsere Verpflegungsstelle erreicht hatten. Meine Soll war damit erfüllt. Ich hatte ursprünglich mit dem Gedanken gespielt nur ein Teilstück mitzulaufen. Aber wenn man schon mal dabei ist ![]()
Nach einer kurzen Pause, ging es dann für die anderen Drei dann auch weiter.
Andi und ich fuhren zur nächsten Verpflegungstelle, wo die Drei viereinhalb Stunden später wieder eintreffen sollten. In der Zeit wurde keine Marathondistanz, sondern “nur” 18 Km bewältigt! Das subjektive Empfinden kann hier aber ganz anders aussehen. Harald: “Bei dem letzten Abschnitt waren wir richtig gut unterwegs!” Wenn man bedenkt, dass bereits 230 Km in den Knochen stecken, kann man das auch so stehen lassen
Ich sitz bereits geduscht (ist das herrlich) auf meinem Bett und bald gehts in den Zielbereich. Den “Zieleinlauf” können wir uns nicht entgehen lassen
Ich muss sagen, ich zieh den Hut vor der Leistung von den Finishern! Nicht nur die Schmerzen während des Laufens, sondern auch die Schmerzen die noch auf die zukommen! Da muss ich sagen, dass ich da gut weggekommen bin. Keine Blase, keine größeren Wunden stellen nur schwere Beine und Mückenstiche. Insgesamt sind es für mich dann auch knapp 150 Km gewurden. Wenn man bedenkt, dass meine bisherige längeste Strecke im Rahmen der Transalpin Run mit 55 Km ausgewiesen war. Man muss sich für solche Veranstaltungen eben doch ein bisschen vorbereiten
Ich bin schon gespannt was dem Harald so alles weh tut. Wenn es alles ist, was ihm am meisten weh tut
Bald ist es geschafft… Finisher Fotos gibt im Anschluss natürlich auch.
Tags: gaxscania, leiden, nacht, schmerzen, verpflegung, wunden
Bericht von Daniel's Welt.Es.ist wieder Nacht. Ich habe mich entschlossen die beiden, Harald und Carsten, auf dem Weg nach Malmö zu begleiten. Einfach nur zuschauen kann ich dann doch nicht. Ausserdem ist es immer ganz nett wenn jemand die Navigation übernimmt. Da kann man entspannt hinterlaufen. Die.Aufgabe übernehme ich gerne für die Jungs. Den beiden gehts zwar den Umständen.entsprechend gut, aber insgesamt sind.sie schon stark gezeichnet von den Strapazen. Bald sind 48h rum. Geschlafen haben wir alle nicht sonderlich viel. Egal ob Betreuer oder Teilnehmer. Hier ist jeder gefordert! Noch ca 15 min dann gehts weiter.
Ein bereits häufig angesprochenes Thema bei einem Ultra ist die Ernährung. Vielleicht fragt ihr euch auch was wir so in uns reinstopfen. Neben den vielen Gels und Regeln die man während des Laufens zu sich nimmt, zählt jede einzelne Kalorie. Der Magen ist hier mehr als gefordert. Spielt dieser verrückt, hat man auf die Gesamtdauer gesehen keine Chance einen Ultra on dieser Dimension zu überstehen.
Daher mein Motto: Kalorie rückwärts zählen ![]()
Harald gehts im übrigen den Umständen entsprechend gut. Ein zäher Kerl! Je nach dem wie ich mich fühle werde ich ihn und vielleicht auch Carsten in die Nacht begleiten. Wird leichter sein den Weg zu finden. Wenn ich schon nicht ganz durch bin muss ich ein bisschen helfen… so gut es eben geht.